November 18, 2008 at 6:50 pm
Verfasst von Jan Sonntag
Wohin mit all dem Müll? Ob Neapel oder Bern, die Frage stellt sich weltweit und auch Burkina kommt nicht um sie herum.
Müll ist in Ouaga allgegenwertig, er liegt überall herum. Was man nicht mehr braucht wirft man weg und da es keine Mülleimer gibt, landet alles auf der Strasse. Der Hausmüll wird meistens irgendwo in den Strassengraben oder die nächste Wiese gekippt, der Wasserbeuteutel landet an der Stelle, an dem man ihn leergetrunken hat. Dass Trinkwasser eben meist in kleinen Plastikbeuteln (0,4 oder 0,5 Liter) verkauft wird, senkt die Menge an Müll nicht gerade. Ebensowenig wie die Tatsache, dass man zu allem eine Plastiktüte bekommt. Kauft man sich eine einzelne Packung Nudeln in der Boutique direkt vor der Haustür, muss man den Verkäufer davon abhalten, sie in eine Plastiktüte zu packen. Letzerer straft einen dafür mit einem verständnislosen Blick.
Was also tun damit die Stadt nicht im Müll versinkt? Nun, die meisten verbrennen den Abfall einfach irgendwo am Strassenrand. Abends sieht man an vielen Ecken kleine oder große Müllhaufen lodern.
In Ouagadougou aber gibt es noch eine Alternative. Eine Frauenorganisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Stadt sauber zu halten. Die (meist alten) Frauen fahren mit Eselskarren durch die Stadt und laden von allen den Müll auf, die bereit sind dafür 1000 CFA (1,50) im Monat zu zahlen. Wo dieser dann abgeladen wird, haben wir aber noch nicht herausgefunden.
Dass das eine echte Großtat ist, merkt man spätestens wenn man zum Beispiel nach Djibo fährt, wo es keine Frauenorganisation gibt die das Problem in Angriff nimmt. Dort ist der Boden ohne Übertreibung mit Müll bedeckt. Morgens wird der ganze Müll zu vielen kleinen kegelförmigen Häufchen zusammengekehrt und dann angesteckt. So schlängelt man sich dann als Fussgänger zwischen lauter Minivulkanen aus Müll hindurch.
November 17, 2008 at 2:50 pm
Verfasst von Jörn Preuß
29 Leute – 1 Kleinbus, 4 Spiele – 2 Siege, eine Niederlage, ein Unentschieden; so lässt sich unser Sportausflug in den Nachbarort Kissi zur Futurehope foundation einfach in Zahlen zusammenfassen!
Gut sechs Monate nachdem der Jugendclub aus Kissi sich mit dem AIM. Jugendclub in Komenda sportlich gemessen hat, war es an der Zeit ihnen einen Gegenbesuch abzustatten.
Nach langen Planungen, zwängten sich am 1. November in Komenda dann die bereits erwähnten 29 Leute, samt Getränken, Trikots und Fußballschuhen in ein einziges Trotro um sich auf den Weg nach Kissi zu machen.
Angekommen, nutzten wir die Zeit, in der wir auf die Jugendclubmitglieder von Futurehope warteten, umzusammen mit den Volontären aus Kissi das Spielfeld zu präparieren. Da es leider zur Hälfte mit Backsteinen zugestellt war, mussten wir das Feld etwas verkleinern und die Tore umsetzen. Als alle Spieler sich dann die blau-weißen Trikots und die Fußballschuhe angezogen hatten, konnte das große Spiel beginnen. Während die Jungs die Ehre von AIM. auf dem Fußballplatz verteidigten, spielten unsere Mädchen, einheitlich in SC Freiburg Shirts (Danke an den SC!) gekleidet, ein Volleyballmatch mit den Jugendlichen aus Kissi.
Nachdem wir das Fußballspiel überlegen mit 4:1 gewonnen hatten, wurde getauscht und die Jungs übernahmen das Volleyballfeld, während die Mädels sich zu einemFrauenfußballmatch zusammenfanden. Bei letzterem musste Komenda sich Kissi geschlagen geben, während auf dem Volleyballfeld der Sieg noch hart umkämpft wurde. Nachdem es bei einem Spielstand von 24:24 im dritten Satz zu Streitigkeiten mit dem Schiedsrichter kam, musste dieses das spannende Spiel leider abgebrochen werden, so dass es gezwungenermaßen unentschieden endete.
Nach einigen Fotos in Siegerpose und der hochverdienter
Erfrischung fuhren wir, in dem immer noch heillos überfüllten Kleinbus mit offener Tür und lautstark den Sieg feiernd, zurück nach Komenda.
November 15, 2008 at 10:01 pm
Verfasst von richard
Als Barack Obama in den USA am 4. November zum ersten schwarzen Präsidenten der westlichen Welt gewählt wurde, knallten in Afrika vielerorts die Korken.
Natürlich ist es ein großer, symbolischer Schritt auf dem Weg zur Überwältigung von Ressentiments gegenüber Menschen mit dunkler Hautfarbe und das gerade in den USA, die noch vor wenigen Jahrzehnten die Menschen in ihrem Land entsprechend ihrer Hautfarbe strikt getrennt hat.
Doch wie realistisch sind die Hoffnungen in den neuen US Präsidenten?
Zum Einen steht Obama zunächst vor gewaltigen nationalen Problemen, vor allem der globalen Finanzkrise und Kriegen in Irak und Afghanistan. Die Politik gegenüber Afrika seitens der Vereinigten Staaten von Amerika steht seit Ende der Kolonialzeit unter großen Einfluß von Unternehmen, die sich mit dem Export von Rohstoffen aus Afrika beschäftigen. Eine andere Form der Zusammenarbeit wäre hier sicher möglich und angebracht. Und wir können nur hoffen, dass Barack Obama hier neue Wege einschlägt - müssen aber Bedenken, mit welchen Folgen er dann innnenpolitisch rechnen muss. Der Stop von Subventionen gegenüber nordamerikanischen Bauern kann beispielsweise leicht zum nationalen Aufschrei führen und seine politische Basis ins Wanken bringen.
Auf der anderen Seite zeigen die überzogenen Hoffnungen auf Obama auch eines der Kernprobleme in Afrika: die stete Abhängigkeit von Hilfe aus der westlichen Welt haben der Eigenmotivation nachhaltig geschadet. So hat die zweifelslos wichtige Hilfe gemeinsam mit der “Bemutterung”, die wiederum nicht immer richtig angesetzt wird, vielerorts ein Klima der Lässigkeit entstehen lassen. Das hat wiederrum einen großen Teil des Drucks von der Bevölkerung selbst, aber auch den Regierungen genommen. So ist es in einigen Staaten möglich, dass Diktatoren an die Macht kommen und auch dort bleiben, ohne dass sie sich ernsthaft mit den Problemen ihrer Bevölkerung auseinandersetzen. Nicht selten bleibt der Aufschrei aus oder wird zumindest stark verzögert, da die westliche Welt sich um Hungersnöte und die medizinische Versorgung kümmert.
Das ist eines der großen Probleme der Entwicklungshilfe heute. Denn oft versteht sie nicht, dass wir ohne Nachhaltigkeit vor allem in den Köpfen der afrikanischen Menschen nichts entwicklen, sondern gegen Symptome von Problemen ankämpfen. Ziel der Entwicklungshilfe muss aber nach den Erfahrungen der letzten Jahrzehnte vor allem Eines bedeuten: sich selbst überflüssig machen.
Hoffen wir, dass Obama die Chancen erkennt, Afrika auf ein höheres und stabiles Wohlstandslevel zu behelfen. Die strikte Vorgehensweise gegenüber arabischen Staaten mit so genannten aggressiven Regierungen kann auch zu einem Thema werden wie eine stärkere wirtschaftliche Zusammenarbeit auf fairer Basis und Unterstützung bei der Schaffung einer etablierten Position Afrikas auf dem Weltmarkt.
Unterstützen kann und sollte er in jedem Fall, aber “machen” müssen die Menschen in Afrika.
November 12, 2008 at 2:58 pm
Verfasst von Jan Sonntag
Auf unserer Gaoua-Reise machten wir eine großartige kulinarische Entdeckung: Foutou.
Foutou ist eine Art Tô, der aus den Kartoffel-ähnlichen Yamswurzeln gemacht wird. Dazu werden Die Yams zunächst geschält, dann gekocht, in kleine Stücke geschnitten und mit einem übergroßen Mörser gestampft. Diese anstrengende Arbeit wird fast ausschließlich von Frauen ausgeführt. Eine stampft, eine andere knetet den so entstehenden Teig. Beide Arbeitsschritte finden zeitgleich statt, wobei beide Frauen einen perfekt aufeinander abgestimmten Rhythmus haben, der verhindert, dass die eine der anderen auf die Finger stampft. Es war sehr faszinierend, die Frauen bei dieser Arbeit zu beobachten.
Schließlich wird der Teig zu großen Knödeln geformt und mit einer Tomatensoße mit Fisch und Fleich serviert. Ein Hochgenuss. A l’attaque!
Die Herstellung von Foutou haben wir auch noch in einem kurzen Film festgehalten, den wir auf dem Markt in Batie im Süden Burkinas drehten. Viel Spaß beim ansehen!
November 8, 2008 at 8:46 am
Verfasst von Jan Sonntag
Auch im fernen Ouagadougou wollten wir natürlich wissen, wer Präsident George W. Bushs Nachmieter im Weißen Haus wird. Dafür opferten wir sogar unseren Schlaf.
Selbst hier in Burkina spielten die US Wahlen eine wichtige Rolle, zwar weniger im täglichen Leben der Menschen, dafür umso mehr in den Medien. Nicht nur RFI (Radio France International), auch die lokalen Fernseh- und Radiostationen sendeten Reportage um Reportage. Für viele Burkinabé (und was man so höt für viele Afrikaner generell) bedeutete die Aussicht auf einen schwarzen US-Präsidenten eine Mischung aus Stolz und Hoffnung. Ein Traum, der nun Wirklichkeit wurde.
Um die Wahlen live und direkt zu Verfolgen machten wir uns am Dienstag Abend also auf den Weg ins American Cultural Center. Die dortige Wahlparty war allerdings nur für geladene Gäste und die Sicherheitsvorkehrungen schreckten mich (Jan) und meinen US-Kumpel Seth so sehr ab, dass wir uns lieber nach nebenan ins Recreation Center der Botschaft verzogen, um dort mit einigen Peace Corps Leuten bei ein paar Bier den Nachrichten auf ABC und NSBC zu folgen.
Ich (Nils) blieb hartnäckig, kam mit etwas Überredungskunst durch die Sicherheitsschleuse vor des American Cultural Center und wurde mit einem leckeren Buffet, Freigetränken und einem netten Unterhaltungsprogramm belohnt. Es wurden Präsidentschaftsdebatten simuliert, Vorträge angeboten, eine Wahlsimulation durchgefürhrt und immer wieder gab es Live-Musik zwischendurch.
Die Wahlparty war aber leider schon um Mitternacht zu Ende. Um die nach dem guten Essen aufkommende Müdigkeit zu bekämpfen zog es mich (Nils) dann noch in einen zufällig in der Nähe entdeckten Nachtclub. Und obwohl von den Besuchern des Clubs mindestens die Hälfte noch nie etwas von den aktuellen Wahlen in den USA gehört hatten, war das Obama-Fieber sogar schon bis hierher vorgedrungen: Der DJ rief immer wieder enthusiastisch “Obama, Obama!” in sein Microphon! Nach dem ich mich wieder etwas wach getanzt hatte, gesellte ich mich wieder zu den anderen in das Recreation Center.
Gegen 4 Uhr in der Früh dann endlich die Nachricht auf die alle anwesenden Amerikaner (und wir beiden Deutschen) gehofft hatten: Obama hat die nötigen 270 Wahlmänner beisammen! Wenig später trat dann auch McCain vor die Kameras, um seine Niederlage einzuräumen. Schließlich dann der Höhepunkt des Morgens: Obamas Rede als US President elect in Chicago, live, schönes Gänsehaut-Gefühl.
Und so konnten wir uns dann um halb 6 Uhr morgens endlich auf den wohlverdienten Weg nach Hause machen, natürlich noch über den kleinen Umweg zur Bäckerei, die mit ofenfrischem Baguette für alle morgendliche Kälte (!) auf dem Mofa entschädigte.
November 4, 2008 at 8:01 pm
Verfasst von Jan Sonntag
Wie wir bereits vor einiger Zeit schrieben, haben wir auf der letzten Reise einen Hahn geschenkt bekommen. Diesen haben wir jetzt schlachten lassen und gegessen. Zeit also für eine weitere Folge “Essen in Ouaga”!
Nachdem der Hahn einige Tage bei uns im Hof verbrachtete und uns mit seinem Krähen erfreute, wurde es einfach Zeit ihn seiner Bestimmung zuzuführen: von uns verspeist zu werden. Nur haben wir beide noch nie einen Hahn geschlachtet, geschweige denn gerupft und ausgenommen. Also mussten wir uns ein Restaurant suchen, das diesen Part übernimmt und den Hahn auch gleich noch für uns grillt.
Gleich bei uns um die Ecke gibt es ein kleines Restaurant mit Grill, das wir gerne besuchen und das sich bereit erklärte den Hahn für uns zuzubereiten. Und so konnten wir den ganzen Entstehungsprozess unserer Mahlzeit verfolgen. Zuerst wurde der Hahn mit einem Messer getöet, dann mit heissem Wasser übergossen, damit das Rupfen leichter fällt. Schließlich wurde er ausgenommen und auf den Grill gelegt.
Zusammen mit Yéral haben wir das gute Tier dann gegessen, dazu gab es Pommes und ein kühles burkinisches Bier. Den Hahn hat man uns umsonst zubereitet, nur für die Fritten mussten wir pro Portion 500 CFA (~70 Cent) Zahlen.
Wenn man keinen eigenen Hahn hat, den man schlachten lassen könnte, kostet ein gegrillter Hahn 2000 CFA (~3 Euro).
Oktober 30, 2008 at 1:45 pm
Verfasst von Jan Sonntag
Für unsere Serie “Essen in Ouaga” gibt es heute eine Sonderfolge. Denn auf unserer Nachbesuchsreise in Djibo gab es auch kulinarische Entdeckungen. Zum Beispiel Tô mit Baobabsoße.
Am Morgen unserer Abfahrt schauten wir noch ein letztes Mal bei Verwandten von Yéral vorbei um uns zu verabschieden. Spontan lud man uns zum Frühstück auf eine Spezialität aus Djibo ein: Tô mit Baobabsoße. Tô, das burkinsische Nationalgericht, ist eine Art schleimiger Knödel, den man zum Beispiel aus Mais oder Hirse machen kann und der im besten Fall nach nichts schmeckt. Wie die Baobabsoße zubereitet wird wissen wir nicht, lediglich, dass dafür die Blätter des Affenbrotbaumes verwendet werden.
Und auch wenn der Anblick es nicht unbedingt vermuten lässt, so schmeckt das ganze doch recht gut. Der leicht scharfe und würzige Geschmack wirkt am Morgen belebend.
Oktober 25, 2008 at 11:38 am
Verfasst von Jan Sonntag
Vom 15. bis zum 17.10. waren wir zusammen mit unserem Mitarbeiter Yéral unterwegs um die Schulen von Pétéga, Loura, Borguindé, Barga und Niou zu besuchen. Außerdem sahen wir uns zwei Schulen an, die eventuell für zukünftige Installationen in Frage kommen
Früh am Morgen des ersten Tages packten wir einen gemieteten Pickup voll mit den Dingen, die wir für die anstehende Reise brauchen würden und machten uns auf in Richtung Djibo, einer Stadt im Norden des Landes, der ärmsten Region Burkinas, dort wo die meisten der für diese Reise vorgesehenen Ziele lagen.
Während wir die ersten Kilometer bis Kongoussi noch gemütlich auf einer Teerstraße zurücklegen konnten, mussten wir dann bis Djibo mit einer völlig zerkraterten Piste vorliebnehmen, auf der man ohne Geländewagen keinen Meter zurücklegen kann.
Schaut man aus dem Fenster, so sieht man nun, dass die Regenzeit im Grunde vorbei ist, dass das Grün dem Gelb weicht. Und je weiter man nach Norden kommt, desto stärker verändert sich die Landschaft. Plötzlich dominiert der rote Sand, und die Landschaft könnte - sieht man von den wenigen Bäumen ab - ebensogut auf dem Mars liegen. Außerdem gibt es endlich die lange vermissten Berge, wengleich auch nicht besonders hohe.
Schließlich kommen wir in Djibo an und machen uns gleich weiter auf den Weg nach Pétéga, wo SEWA vor zwei Jahren eine Schule mit solarem Licht ausgerüstet hatte. So fahren wir noch eine gute Stunde durch die Savanne - wunderbare Afrika-Landschaft, wie man sie vom heimischen Fernseher kennt. Nur dass diesmal keine beruhigende Stimme über wilde Tiere spricht, sondern der Motor brummt und die Radaufhängung scheppert. An uns vorbei ziehen Hirten mit ihrem Vieh; Touareg, die majestetisch auf ihren Kamelen thronen und Menschen, die zu Fuß unter sengender Sonne die kilometerlange Strecke in ihr Dorf zurücklegen. Um uns nicht zu verfahren, nehmen wir einige Leute auf der Ladefläche mit nach Pétéga, die uns den Weg zeigen können.
In Pétega angekommen, beginnt für uns die Arbeit. Wir wollen wissen, ob die Anlage noch funktioniert, ob sie genutzt und gewartet wird, was sie dem Dorf bringt und noch Vieles mehr. Die Schule ist im Moment noch nicht in Betrieb, denn es ist Erntezeit und so gut wie alle Kinder müssen auf den Feldern mithelfen. Der Direktor ist nicht da, also lassen wir uns die Anlage von den Lehrern zeigen. Alles funktioniert perfekt. Wir unterhalten uns mit den Lehrern über Nutzung und Wartung der Anlage, füllen einen Fragebogen aus, der uns hilft, das Projekt zu evaluieren. In Pétéga läuft im Grunde alles genau so wie wir uns das wünschen. Man kümmert sich um die Anlage und sie bringt den Kindern großen Nutzen. Lediglich ein Schönheitsfehler: die Elternvertreter schließen eine zusätzliche Batterie an, die sie ab und an zum Fernsehen im Dorf verwenden. Dies ist jedoch ein eindeutiger Verstoß gegen die Vereinbarungen mit SEWA, die vor der Installation mit dem Direktor und der Elternvertretung getroffen wurden. Wir erklären den anwesenden Lehrern noch einmal, dass zusätzlich an die Solaranlage angeschlossene Geräte diese beschädigen können und die Lebensdauer der Anlage verringern. Es ist schade, dass sich in manchen Schulen nach einiger Zeit nicht mehr an unsere Anweisungen gehalten wird. Aber genau deshalb ist es ja so wichtig, dass wir die Schulen in regelmäßigen Abständen besuchen.
Und so fahren wir zurück nach Djibo, denn inzwischen ist es fünf Uhr und nach Einbruch der Dunkelheit sollte man hier nicht mehr unterwegs sein. Ich (Jan) fahre hinten auf der Ladefläche des Pickups, die Leute, an denen wir wir vorbeifahren starren uns ungläubig an. Wenn ich sie grüße, verwandelt sich ihr Gesichtsausdruck meist in ein freundliches Lächeln. Zurück in Djibo, ist es einfach, ein erstes Wort Fulfuldé, die Sprache der Peulh, zu lernen: “Toubakou” bedeutet Weisser, denn es ist das, was die Kinder uns hinterherrufen.
Die Nacht verbringen wir im Gästehaus des traditionellen Dorfchefs von Djibo, am nächsten Morgen heisst es früh (5.30) aufstehen, um zwei Schulen einen Vorbesuch abzustatten. Diese sind derart gut im Busch versteckt, dass wir eine ganze Weile brauchen, bis wir sie überhaupt finden. Dass die Dörfer hier jemals an das staatliche Stromnetz angeschlossen werden, erscheint unwahrscheinlich.
An den Schulen angekommen unterhalten wir uns mit dem Dirketor, den Elternvertretern und den Lehrern, erklären ihnen unser Angebot und zu welchem Engagement sie sich verpflichten müssen, wollen sie von einer Solaranlage profitieren. Zum Dank für unsere Bemühungen schenkt man uns einen prächtigen Hahn. Wir freuen uns riesig, auch wenn er uns am Abend darauf um unsere Nachtruhe bringt.
Auf ähnliche Art verbringen wir auch den Rest unserer Reise. Am Ende können wir eine äußerst positive Bilanz ziehen: bei allen Schulen, die wir besuchten, funktionierten die Anlagen und wurden gut genutzt.
Oktober 22, 2008 at 4:26 pm
Verfasst von Jörn Preuß
Knapp acht Wochen bin ich bereits in Komenda und neben der Arbeit im Youth Club schreitet auch die Planung meines eigenen, neuen Projekts für den Jugendclub voran. Jetzt da mein Konzept so gut wie fertig ist, kann ich einen genaueren Überblick über die Abläufe und Inhalte des Zeitungsworkshops geben:
Die Jugendlichen werden die Artikel für die Zeitung auf Englisch verfassen, nachdem sie sich auf die Themen festgelegt haben, über die in der jeweiligen Ausgabe berichtet werden soll. Diese können sämtliche Themen sein, welche die Redaktion für wichtig oder interessant befindet, z.B. könnten das die Umweltverschmutzung in Komenda, Jugendaktivitäten in der Region oder auch Kurzgeschichten oder ähnliches sein, der Phantasie der Jugendlichen sind hier keine Grenzen gesetzt! Neben der Verbesserung des schriftlichen Ausdrucks werden alle Texte und Artikel gemeinsam korrigiert.
Da die sämtliche Texte und Bilder, die in der Zeitung erscheinen sollen auf den Computer übertragen und dort bearbeitet und zusammengefügt werden müssen, bietet sich den Jugendlichen auch die Möglichkeit Kenntnisse bezüglich Schreib-, Graphik- und Layoutprogrammen am Computer auf diese Weise zu erwerben bzw. zu verbessern und zu vertiefen.
Ein weiterer Inhalt des Workshops wird das Suchen bzw. Gewinnen von Sponsoren, die Anzeigen in der Zeitung schalten wollen. Die Jugendlichen werden auch in diese Arbeit eingebunden, indem wir gemeinsam Anfragen an Sponsoren verfassen um diese dann auch gemeinsam aufzusuchen. Es wird ein gemeinsamer Finanzierungsplan des Projekts erstellt, um alle Ausgaben und Einnahmen zu kalkulieren. Davon ausgehend wird dann auch die Auflage und Seitenzahl der Zeitung gemeinsam bestimmt.
Auch ein Besuch in der Druckerei ist geplant, auf diesem Weg können die Mitglieder lernen wie ein Drucker arbeitet, vielleicht ist sogar eine Führung durch die Druckerei möglich.
Der Youth-Magazine-Workshop beinhaltet auch einen kreativ-gestaltenden Bereich. Die Gestaltung eines Logos, welches charakteristisch für die Jugendzeitung sein wird, sowie die jeweilige Gestaltung des Deckblatts und das Erstellen des Seitenlayouts sind dabei die Hauptbestandteile dieses kreativen Bereichs.
Außerdem werden bestimmteRubriken fester Bestandteil der Zeitung sein, wobei die wichtigste eine Seite für AIM Jugendclub aus Freiburg sein wird, auf der die Deutschen Jugendlichen auf Englisch über sich und wichtige Themen aus Deutschland berichten können. Weitere Rubriken könnten Gedichte, Rätsel, eine mädchen- oder Frauenseite oder eine Fotogalerie mit den schönsten Bildern der Jugendlichen sein.
So wird die Gruppe der Teilnehmer von drei Arbeitsgruppen(Schreiben, administrative Aufgaben und Gestaltung) unterteilt, die größtenteils unabhängig voneinander arbeiten können.
Die Zeitung soll später in Komenda und der ganzen Region an Schulen und öffentlichen Einrichtungen verkauft werden, damit sie dort Jugendlichen kostenfrei zur Verfügung gestellt werden kann.
Genug fuer heute, jetzt wieder ran an die Arbeit. Ich freue mich auf eure Ideen, Fragen, Kommentare,